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Kunst gestalten

  • Autorenbild: isa belle
    isa belle
  • 19. Sept. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 28. Dez. 2025

Der künstlerische Ausdruck als therapeutische Intervention -



wie kann Kunst helfen?

 

In der Begegnung mit Kunst befinden wir uns im Reich der Farben und Formen, Stimmungen und Ahnungen, der Sensibilität und Sinnlichkeit. Um Kunst selbst herzustellen, bedarf es der Bereitschaft, sich einzulassen, zu fühlen und sich selbst zu vertrauen. Diese Qualitäten der Kreativität werden ausprobiert und weiterentwickelt, denn mit Kreativität gestaltet ein Mensch sein Leben und lässt sich Lösungen einfallen.

 

Schritt 1: Materialauswahl und Symbolik

Wähle für dich aus einer Vielzahl an Materialien 1. Aufgabe: spontan nach dem Gefühl deine Arbeitsmittel aus. Vielleicht hast du schon eine Idee oder du hast keine Ahnung - jede Ausgangssituation ist optimal, um zu beginnen und eine Wahl zu treffen.

Falls du Inspiration benötigst, schlage ich Themen vor, die einen Einstieg ermöglichen. Möglich ist auch, dass du dich selbst auf die Suche nach geeignetem Material machst. Vielleicht brauchst du dazu Naturprodukte, einen bestimmten Raum oder andere Werkzeuge?

Die Bedeutung der gewählten Materialien wird gemeinsam erkundet und du prüfst, ob die Qualität des Materials deinem "Gefühl" entspricht.

 

die Freiheit der Intuition

Schritt 2: das Gestalten eines Kunstwerks

Du bekommst in der Sitzung Raum und Zeit, deine Kunst zu gestalten. Ich bin anwesend und arbeite parallel an etwas Eigenem, damit du unbeobachtet gestalten kannst.

Deine 2. Aufgabe lautet: ein "unbedeutendes" Werk herzustelln, um den eigenen Leistungsanspruch wegzulassen. Diese Aufgabe ist für uns kognitiv-lastige Lebewesen nicht so leicht zu erfüllen und doch befreiend, wenn du sie ernst nimmst. Künstlerisches Gestalten braucht regelmäßiges Arbeiten in kurzen Sequenzen, zeitliche Struktur, damit das Werk sich in Ebenen und Techniken "aufbauen" kann, Bescheidenheit bei kreativen Missgeschicken und Liebe zum offenen persönlichen Ausdruck deines Selbst.

 

unendliche Möglichkeiten

 

Schritt 3: Zwischenbericht des Schaffensprozesses

Wir sprechen in Schaffenspausen darüber, welche Erfahrungen du beim Schaffen machst. Was neu ist und dich beflügelt und verändert oder was alt ist und dich vielleicht behindert. Das, was ich im Kunstwerk zeigen will, ist oft nicht das, was das Kunstwerk letztlich zeigt. Diese Diskrepanz im Schaffensprozess ist eine Erweiterung des Zulassens und des Vertrauens, dass das, was gezeigt werden soll, sich zeigen wird. Von Bedeutung ist, wie ich mich bei dieser (Ent-)Täuschung fühle und damit umgehe. Ist es mein "Selbst" oder etwas "Größeres", das sich hier ausdrücken will? Wieso wirkt es ganz anders, als ich dachte?

Deine 3. Aufgabe lautet: den Prozess zuzulassen, deinen Anspruch wegzulassen und deine Hände tun zu lassen.

 

ein Schlussstrich

 

Schritt 4: dein Kunstwerk präsentieren

Du zeigst mir dein Kunstwerk und erklärst es als vollendet. Dieser Schritt ist wichtig, denn er ist die Entscheidung für einen ganz bestimmten Ausdruck. Jetzt erst wird deutlich, was genau du gestaltet hast. Und du demonstrierst damit, dass du zu diesem Ausdruck stehst - es dich repräsentiert. Das kann unterschiedliche Gefühle hervorrufen, die wichtig sind wahrzunehmen. Das kann Scham wegen sehr großer Offenheit und Verletzlichkeit sein, Stolz auf die Klarheit und Stimmigkeit des Ausdrucks oder Angst vor Bewertung einer sehr persönlichen Selbstdarstellung. Jede Emotion ist bedeutsam, denn sie zeigt dir deinen Umgang mit dir selbst.

 

ein neues Werk


 


Schritt 5: wahrnehmen und beschreiben

Wir betrachten gemeinsam dein Werk und deine 4. Aufgabe lautet: beschreibe dein Werk phänomenologisch - beschreibe ohne Deutung und Wertung, was du siehst.

Da wir beim Erschaffen tief emotional verwoben sind mit dem Werk, eröffnet die sinnhafte Wahrnehmung weitere Verständnisweisen was Symbolik, Stil, Ausdrucksstärke, Kontraste, Helligkeit, Farbe, Schärfe, Fokus und Technik angeht. Ich unterstütze dich dabei, dein Werk erstmal von "Außen" zu betrachten und seine Besonderheiten wahrzunehmen.


was spricht dein Kunstwerk?

Schritt 6: erforschen und deuten

Nun erforscht du dein Werk, welche Deutungen möglich wären und welche Gedanken auftauchen, die Überzeugungen verraten. Vielleicht erinnert dich das Dargestellte an frühere Erfahrungen oder Situationen? Vielleicht an tiefe Wünsche und verdrängte Ziele? Vielleicht überrascht es dich aber auch mit etwas Unbekanntem?

Deine 5. Aufgabe ist: sprich aus, was das Werk dir mitteilt.

Ich unterstütze dich dabei, deine Deutungen ernst zu nehmen und reflektiere mit dir gemeinsam Hintergründe, Hinweise und neue Verständnisräume.


was kostet es?

70 € pro Intervention von einer Stunde

inklusive Kunstmaterial und Reinigung,

strapazierbare Kleidung wird empfohlen


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